EUGEN-SCHENKEL-STIFTUNG Archäologie in Trebur/Astheim

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Mittelalter um 5. - 15. Jahrhundert

Grabfund im Bereich der spätrömischen Befestigung nordwestlich von Astheim. Fränkischer Krieger um 700 mit Spatha, Sax, Schild, Lanze und Sporen.

Von der Spätantike zum Reich der Franken

"Seit dem 3. Jahrhundert schlossen sich germanische Kriegerverbände in der römischen Provinz Obergermanien zum Stammesbund der Alamannen zusammen. Jenseits des Limes siedelten die Burgunden, bevor sie 406 an den Rhein vorstießen und hier 413 das Reich von Worms gründeten. Als die Alamannen sich nach deren Abzug im Jahre 443 ungehindert ausdehnen konnten und in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts für kurze Zeit auch das zur Provinz Obergermanien gehörige Mittelrheingebiet kontrollierten, gerieten sie zwangsläufig in Konflikt mit den Franken."
Text aus: R. u. U. Koch, Die fränkische Expansion ins Main- und Neckargebiet, in: Die Franken, S. 270.

"Die Rheinfranken werden als offiziell anerkannte Bündnisgenossen des spätantiken Staates mit der Verteidigung der Grenze des Römischen Reiches am Rhein betraut. Das Bündnis richtet sich in erster Linie gegen die Alamannen, denen damit die Ansiedlung auf linksrheinischem Gebiet verwehrt bleibt. Wie auch anderen Verbündeten auf reichsrömischem Boden wird den Rheinfranken in dem von ihnen gesicherten Gebiet die Ansiedlung gestattet.

Am Nieder-und Mittelrhein und dem nördlichen Oberrheingebiet entstehen so im letzten Drittel des 5. Jahrhunderts neue, kontinuierlich bis weit in die Merowingerzeit hinein belegte Bestattungsplätze und Siedlungen. Mit dem Jahr 496 erreichen die Auseinandersetzungen mit den Alamannen einen vorläufigen Höhepunkt. Erst 10 Jahre später, um 506/507 können die Alamannen endgültig bezwungen werden. Noch unter Chlodwig setzt nun eine planmäßige Erfassung der neuerworbenen rheinfränkischen und der eroberten alamannischen Gebiete durch eine flächendeckende Aufsiedlung mit eigenen oder verbündeten Personengruppen ein. Die auf diese Weise in Besitz genommenen Regionen erhalten zu jener Zeit die noch heute weitgehend bestehende Siedlungsstruktur."
Text aus: A. Wieczorek, Die Ausbreitung der fränkischen Herrschaft, in:
Die Franken, S. 241.

Kleine Adlerfibel (rund drei Zentimeter lang) um 600. Die Form wurde von großen, gotischen Adlerfibeln übernommen.

Anhänger in Keulenform aus einer Geweihspitze geschnitzt und verziert, um 600.

Bronzene Kastenfibel. Die Schauseite zeigt einen Adler in heraldischer Darstellung, eingefaßt von einem zickzackverzierten, erhöhten Rand. Vielleicht war das tiefer liegende Feld mit Email gefüllt. Auf der Rückseite sind Reste von Spiral- und Nadelhalter erhalten. Um 1000. Text nach FBH 1991, S. 532.

Im Treburer Raum spiegelt sich in den Lesefunden und den Ergebnissen vereinzelter Grabungen diese Entwicklung wider.

Bis um 450 finden sich hier alamannische und spätrömische Funde. Besonders die verzierte spätrömische Keramik kann sehr genau datiert werden.

Höhe - und Endpunkt dieser Epoche - die Ausbreitung der fränkischen Königsherrschaft im 6. und 7. Jahrhundert - ist die Erfassung des königlichen Landes in großen Fiskalbezirken. Mittelpunkt dieser Königsgutbezirke ist ein Königshof oder eine repräsentative Königspfalz, die auf eindrucksvolle Weise die Herrschaft der mittelalterlichen Könige und Kaiser symbolisiert.

Neben die Archäologie tritt seit dem 8. Jahrhundert verstärkt die schriftliche Überlieferung.

Die Königspfalz Trebur wird 829 erstmals urkundlich erwähnt. Zwischen 829 und 1077 sind 57 Königsaufenthalte bekannt, von denen einige von reichsgeschichtlicher Bedeutung waren.


Bronzener Beschlag. Zentralmotiv ist ein maskenhafter (Tier-)Kopf mit kleinen runden Ohren. Die links und rechts abgehenden Stege enden in als (Tier-)Köpfe ausgebildete, rechteckige Durchzüge. Maße rund 7 Zentimeter.

Vergoldeter Bronzebeschlag. Das rautenförmige Oberteil mit drei angesetzten Nieten, im niellierten Innenfeld vier Silberringe in Tauschiertechnik, das fünfeckige Unterteil mit Kerbschnittdekor in Art des Tassilokelchstils, abschließend eine Leiste mit drei Nietlöchern. Maße rund 2x3 Zentimeter. Datierung um 800.

Mittelalterliche Münzen. Pfennig des Konrad II. (1024-1039), Pfennig Adalberts I., Erzbischof von Mainz (1111-1137), Albus Friedrichs I. (1449-1476).

 

 

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